Gabriele Kremer:  Fotomontagen und Videokunst

 

Gabriele Kremer begann zunächst ein Studium der Fotografie an der Wiesbadener Freien Kunstschule (wfk), bevor sie in den frühen 1990er Jahren eine Laufbahn als Kameraassitentin / Kamerafrau beim Südwestfunk (SWF) / Südwestrundfunk (SWR) einschlug. Insbesondere seit ihrem Umzug nach Xanten im Jahr 2003 widmet sie sich vermehrt der Medienkunst. Ihre Erfahrungen als Dokumentarfilmerin und -fotografin fließen in ihr künstlerisches Werk dabei ebenso mit ein, wie ihr Interesse an den stetig wachsenden Möglichkeiten der digitalen Bildbearbeitung.

 

Die künstlerischen Fotografien Kremers bewegen sich an der Schnittstelle von Fotografie und Film. Der Aspekt des Narrativen steht dabei immer im Vordergrund. Das einzelne Bild tritt hinter der Bildreihe zurück: Seiner Verortung in einem Kontext – beispielsweise in der seriellen Fotografie – kommt eine große Bedeutung zu. Ein wesentlicher Schwerpunkt der Fotoserien liegt in der Visualisierung von Bewegungen.

 

Kremers Kurzfilmen wiederum ist häufig eine Ästhetik zu eigen, die man als „fotografisch“ bezeichnen könnte. Lange Einstellungen nehmen dem Medium die Geschwindigkeit. Nicht selten wird der künstlerische Film als Komposition bewegter Fotografien verstanden und umgesetzt.

 

Sowohl bei der Fotografie als auch im Film verwendet Kremer digitale Montagetechniken. Durch das Zusammenfügen verschiedener Bildbestandteile, Überlappungen und Umkehreffekte erzielt sie immer wieder neue Bildwirkungen. Dabei ist der digitale Eingriff, die Montage, dem Auge zumeist nicht verborgen, sondern offensichtlich.

 

Ebenso wenig, wie sich ihr künstlerisches Werk stilistisch kaum festlegen lässt, ist es auch thematisch sehr breit gefächert. In jedem Projekt sieht die Medienkünstlerin neue Herausforderungen, denen sie in ihren Videoarbeiten und in ihren Fotomontagen unter Verwendung unterschiedlicher Techniken begegnet. Ihre Werke eröffnen dem Betrachter immer wieder neue Eindrücke und regen Assoziationen an. Gedanken, Stimmungen und Emotionen werden nicht nur vermittelt, sondern auch hervorgerufen. Kremers Arbeiten fungieren wie Bruchstücke einer Geschichte, die in zahlreichen Variationen ablaufen und enden kann. Auf welche Weise, bleibt dem Betrachter überlassen.

 

Friederike Pönisch, M.A.